Keratokonus.de Selbsthilfegruppe - Schwerbehinderung (GdB)


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Wenn man/frau zu den wenigen schwerern Fällen gehört, die Schwierigkeiten haben das gewohnte Leistungsniveau zu halten, dann gibt es die Möglichkeit, die Einschränkung(en) im beruflichen und privaten Alltag in Form eines Grad der Behinderung (GdB) festzustellen. Diese Feststellung kann helfen mit dem Alltag zurecht zu kommen, wenn man nicht mehr die Leistungsfähigkeit der Normalsichtigen erreicht. Es ist für den/die Betroffene(n) wichtig, sich selbst die verringerte Leistungsfähigkeit einzugestehen. Und dies auch gegenüber dem Arbeitgeber, Freunden und Bekannte zu kommuizieren.

Durch die kleinen Abweichungen in der Sicht, die Betroffene immer sehen - egal wie gut der Ausgleich durch Sehhilfen ist, ist das normale Sehen anstrengend. Dabei ist nicht nur das Sehen bei der Arbeit, z.B. am Bildschirm anstrengend, sondern alles Sehen - Auto fahren, in der Straßenbahn sitzen und aus dem Fenster sehen oder lesen, Fernsehen, Tablet oder Smartphone bedienen, .... insbesondere zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten, etc., etc.

Das alles sollte ausführlich beim Antrag auf Annerkennung eines GdB beschrieben werden.

Ein GdB wird nicht auf die Werte gegeben, die beim Sehtest ermittelt werden, sondern auf die Einschränkungen und Beeinträchtigungen, die man/frau mit der eingeschränkten Sicht hat. Und zwar in allen Lebensbereichen.

Wenn man lediglich die Werte des Sehtests abgibt, mit denen man mit den Kontaktlinsen auf z.B. 50% kommt, wird wahrscheinlich kein GdB festgestellt. Da so für das Amt keine Einschränkungen ersichtlich sind, wird es wohl keinen GdB feststellen können.

Wenn jemand detailiert und chronologisch im Tagesverlauf beschreibt, welche Einschränkungen man/frau hat, das z.B. Kontaktlinsen nur 4 Stunden getragen werden können und ohne nur noch verschwommene Umrisse, dann ist das eine Einschränkung, die beim GdB berücksichtigt werden muss. Unabhängig davon, dass man vielleicht 4 Stunden noch Arbeiten oder am Straßenverkehr teilnehmen kann, danach aber eine Begleitperson braucht. Außerdem ist der/die Betroffene vielleicht nach 4 Stunden so erschöpft, wie andere nach 8 oder 10 Stunden Arbeit; dass muss ebenso berücksichtigt werden.

Hilfreich kann es sein den Antrag vorab mit einer Beratungsstelle für Sehbehinderte, dem Augen- oder Hausarzt zu besprechen, und sich ggf. eine medizinische Bescheinigung ausstellen zu lassen. In einer Beratungstelle kann man von den erfahrenen Miarbeiter/innen vielleicht auch noch gute Tipps bekommen.

Es ist wichtig, alle Einschränkungen zu beschreiben, die sich im Tagesverlauf ergeben. Und die psychischen Aspekte, wie Ängste, Leistungsdruck, kognitive Schwierigkeiten, etc. sollten unbedingt mit geschildert werden.


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