Keratokonus.de Selbsthilfegruppe - Diagnose KC - was nun?

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Nach der ersten Diagnose

Ist die Aufregung meist groß....

Allerdings ist das Einzige, was nach einem ersten Verdacht auf Keratokonus weiterhelfen kann, eine möglichst sichere Analyse der aktuellen Situation und des Verlaufs in einem bestimmten Zeitraum. Diese sollte von mindestens einem Augenarzt mit viel Erfahrung bei Keratokonus bestätigt werden. Zur Einschätzung müssen geklärt werden:


Analyse

  • In welchem Stadium1 befindet sich der Keratokonus am Tag x?
  • Verändert sich der Keratokonus von "Monat x" zu "Monat y"?

 


Die Grundlage bildet ein optischer Scan der Hornhaut (z.B. Pentacam; Obscan); falls möglich in Kombination mit der Untersuchung der biomechanischen Stabilität der einzelnen Hornhautschichten (z.B. Corvis-ST; OAR). Dabei werden viele verschiedene Parameter erfasst und ausgewertet. Die automatische Bewertung durch die Geräte kann Anhaltspunkte geben, ersetzt aber keinen erfahrenen Augenarzt.

Falls kein akuter Keratokonus vorliegt, der sofort behandelt werden muss, sollten vor allen weiteren Entscheidungen mehrere aufeinander folgende Scans der Hornhaut gestellt werden. Je nach Schwere und Geschwindigkeit der KC-Entwicklung sollten die Scans im Abstand von Wochen, Monaten oder Jahren gemacht werden2. Wenn 3 bis 5 Sanns vorliegen, kann man relativ sicher entscheiden, was zu tun ist.

Dann muss man sich über Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Behandlungsmethoden informieren. Nur nach umfassender Information kann man sich sich für oder gegen eine Behandlung entscheiden.


1= Stadium des Keratokonus: Es gibt bei Medizinern und Wissenschaftlern noch keine Einigung auf eine einheitliche Stadieneinteilung (Amsler, Muckenhirn, Belin/Duncan, etc.); die USA und andere Länder haben z.T. eigene Einteilungen und Bewertungskriterien. So ist ein Vergleich der Diagnosen aus verschiedenen Kliniken oder Ländern manchmal nicht so einfach.

2= Alle aufeinander folgenden Untersuchungen sollten immer unter möglichst gleichen Bedingungen durchgeführt werden:

  • in derselben Klinik
  • im gleichen Raum
  • mit der gleichen Beleuchtung
  • mit den denselben Geräten
  • mit der immer der gleichen Geräteeinstellung
  • mit dem gleichen Gerätebediener
  • möglichst gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit (falls möglich).

Die Progression des Keratokonus kann, muss aber nicht mit der Sehstärke zusammenhängen. Zur Beurteilung der Progression des Keratokonus werden u.a. untersucht: Zellzahl, Zellart, Zellverteilung, Zellaktivität, Struktur der Hornhaut, Hornhautdicke, Wassergelhalt der Hornhaut, Grad der Vorwölbung der Vorderfläche, Grad der Veränderung der Rückfläche, mechanische Stabilität der Hornhaut an sich und der einzelnen Schichten, etc.. Die Sehstärke (die Oberflächenstruktur der Hornhaut) kann sich unabhängig von diesen Parametern verändern und wird bei der Beurteilung nur als ein Parameter unter vielen bewertet.

Daher kann es vorkommen, das die Sehstärke schlechter wird, der Arzt aber dennoch keine oder nur geringe Progession feststellt. Auch der umgekehrte Fall ist möglich.


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