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- Keratokonus und Schwangerschaft

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In der Schwangerschaft finden starke hormonelle Veränderungen statt, die sich auf alle Gewebe und Organe im Körper auswirken. Zum Beispiel ist seit langem bekannt, dass in der Spätschwangerschaft eine reversible Kurzsichtigkeit auftreten kann.

Insbesondere der massiv erhöhte Östrogen-Spiegel währden der Schwangerschaft führt dazu, dass u.a. das Gewebe der Hornhaut weicher wird. So kann sich ein bereits bestehender Keratokonus verschlechtern. Ob und wie stark sich der Keratokonus in der Schwangerschaft verändert und in welchem Maße er sich wieder zurückbildet, wird von mehreren Forschungsgruppen untersucht.

Bisher gibt es zwar viele Hinweise auf eine stärkere Ausprägung des Keratokonus während der Schwangerschaft, aber leider immer nur in Einzelfall-Beobachtungen oder mit sehr kleinen Patientinnengruppen. Größere Studien mit mehreren Hundert oder Tausend Patientinnen stehen noch nicht zur Verfügung. Daher sind konkrete Aussagen, die auch statistisch abgesichert sind, noch nicht möglich.


Eine Schwangerschaft hat auch bekannte Auswirkungen auf die Schilddrüsenfunktion. Es gibt mehrere Fallbeobachtungen und "Mini-Studien" mit kleinen Patientenguppen (kleiner 50), die einen deutlichen Zusammenhang zwischen einer in der Schwangerschaft reduzierten Schilddrüsenfunktion und einer dadurch induzierten Verschlechterung des Keratokonus zeigen. Ob und wie weit sich der durch eine Schwangerschafts-Schilddrüsenunterfunktion induzierte Keratokonus wieder zurückbildet ist noch nicht geklärt.


Bei Schwangereren, die eine LASIK-Operation haben durchführen lassen, kommt es häufig zu einer sogenannten "Post-LASIK-Ektasie", d.h. sie bilden einen Keratokonus aus. Auch wenn die erfolgreiche LASIK-Operation schon viele Jahre zurückliegt.

Junge Frauen, die ihre  Fehlsichtigkeit mit einer LASIK-Operation korrigieren lassen wollen, sollten bedenken, ob sie vielleicht später noch Kinder bekommen wollen. Die behandelnden Ärzte sollten natürlich auch darauf hinweisen. Das Risiko nach einer solchen Operation später in der Schwangerschaft einen Keratokonus auszubilden, ist recht hoch.


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