Abenteuer Diagnose


Früher

Vor 1960, als noch kaum ein Arzt von der Augenkrankheit wusste, konnten schon mal 10-15 Jahre bis zur Diagnose vergehen. Es gab kaum einen Augenarzt, der den Namen der Erkrankung schon einmal gehört hatte.


Heute

Heute dauert es glücklicherweise von den ersten Symptomen bis zur Diagnose nicht mehr ganz so lange. Der Durchschnitt dürfte bei ca. 2-5 Jahren liegen. Heute haben zwar schon viele Augenärzte und Optiker von der Krankheit gehört, behandeln aber trotzdem auf herkömmliche Weise, weil sie nichts über die richtigen Behandlungsmöglichkeiten gelernt haben.

Wenn man Glück hat, trifft man auf einen Augenarzt oder Optiker, der einen an den richtigen Fachmann weiter vermittelt.


Warum ist die Diagnose so schwierig?

Durch die zu Beginn der Krankheit sehr unspezifischen Symptome ist es für die Betroffenen sehr schwer, auf die richtigen Ursachen zu schließen. Muskelverspannungen kann man auch mit Yoga behandeln, für Kopfschmerzen gibt es Tabletten.

Später, wenn die Symptome deutlicher "in Richtung Sehvermögen" werden, aber der Arzt die Symptome nicht richtig zuordnen kann, kann es vorkommen, dass ein Betroffener zum Psychologen oder Neurologen überwiesen wird. Das ist dann der Fall, wenn der Augenarzt mit seinen Standardgeräten nichts feststellen kann und sich der Patient dann "eben alles nur einbildet".

Das Problem ist, dass man mit der eigenen Wahrnehmung schon Abweichungen von der normalen Sicht feststellt, auch wenn die Augenärzte mit den Standardgeräten noch nichts besonderes feststellen können. Selbst wenn in einem frühen Stadium ein Scan der Hornhaut gemacht wird, ist die geringe Abweichung für den beurteilenden Arzt wahrscheinlich noch zu gering für eine Diagnose Keratokonus.

Wenn der Keratokonus später so ausgeprägt ist, dass ihn auch ein normaler Augenarzt erkennt, kann es z.B. für eine Vernetzungsbehandlung schon zu spät sein.


Es bleibt ein langer Weg

Leider ist der Weg zur Diagnose weiterhin oft schwierig und langwierig, auch bei anderen seltenen Krankheiten.

Es gibt zum Beispiel Patienten mit seltenen Herzkrankheiten, die viele Jahre bei Lungenärzten völlig falsch behandelt werden, weil sie bei Anstrengung schlecht Luft bekommen. Bis dann - oft durch Zufall - jemand erkennt, dass es eigentlich ein Herzproblem ist. Dann kann es allerdings für einfache Behandlungsmaßnahmen schon zu spät sein.

Da gibt es viele weitere Beispiele, die inzwischen ja auch als Fernsehsendungen in unserer Medienwelt präsent sind.

Es bleibt somit den Betroffenen nur die Möglichkeit hartnäckig zu bleiben, dem eigenen Gefühl zu folgen und möglichst viele Ärzte und Optiker "auszuprobieren".

Vielleicht kann mit einer frühen Vernetzung eine weitere Entwicklung des Keratokonus verhindert werden, oder man entschließt sich trotz geringem Keratokonus lieber mit Brille zurechtzukommen, als die Hornhaut mit Kontaktlinsen zu belasten. Möglicherweise entwickelt sich der leichte Keratokonus ohne Kontaktlinsen nicht so schnell (oder vielleicht gar nicht mehr) wenn die Hornhaut "geschont" wird. Dazu gehört natürlich auch eine gesunde, möglichst stress-freie Lebensweise.