Refraktive Chirurgie


Es gibt einige Kliniken die verschiedene Arten von refraktiver Chirurgie zur Korrektur der durch Keratokonus verursachten Sehfehler anbieten. Diese Korrektur wird als Keratomie, bzw. Keratotomie bezeichnet. Je nach Methode wird die Keratotomie als "zirkulär (ZK)", "asymmetrisch radial (ARK, M-ARK)", "radiär (RK)", "bogenförmig lamellierend (BLK), photorefraktiv (PRK), laser-epitheliale Keratomileusis (LASEK), C-TEN / trans-PRK, EPI-LASIK, usw, usw. bezeichnet.

Die verschiedenen refraktiven Methoden können entweder direkt am betroffenen Auge angewendet werden, vor bzw. nach nach einer Vernetzung oder nach einer Teil- oder Voll-Transplantation. Wobei die Hornhaut für jeden Eingriff bestimmte Kriterien (Dicke, Zellzahl, Stabilität, etc.) erfüllen muss.

Die Methoden sind vom Ansatz her unterschiedlich. Die Topographieänderungen werden erreicht durch:

  • Narbenbildung (Laser oder Skalpell) - ZK, ARK, M-ARK, RK, BLK, etc.

oder

  • minimale Gewebeabtragung - PRK, LASEK, C-TEN, trans-PRK, etc.

Bei der ersten Methode sollen oberflächennahe Einschnitte in der Hornhaut zu einer Änderung in der Hornhauttopographie führen. Durch die flachen Einschnitte oder punktförmigen Lasereinschnitte wird an diesen Stellen eine Reaktion der Augenhornhaut provoziert, die sich in einer Wundreaktion mit Narbenbildung äußert. An den betroffenen Punkten und darum herum verdickt und stabilisiert sich die Hornhaut und ändert so auch die gesamte Topographie der Hornhaut. Diese Methoden erfordern einen sehr erfahrenen Operateur, der genau einschätzen kann wie der Eingriff wahrscheinlich die gesamte Topographie verändern werden. Dabei ist zu berücksichtigen, das jede Hornhaut individuell anders reagiert. So kann es, neben den beabsichtigten Topographieänderungen, auch zu geringe oder überschießende Reaktionen der Hornhaut auf diesen Eingriff geben.

Bei der zweiten Methode wird ein minimaler Teil der Hornhautfläche abgetragen (mit oder ohne Epithelentfernung), möglichst des Teils der die größten Abweichungen in der Sicht verursacht. Die Menge an Hornhaut die bei diesen Eingriffen abgetragen wird soll dabei so gering gehalten werden, dass die bereits geschädigte und dünne Hornhaut nicht noch instabiler wird. Es erfolgt hier keine Narbenbildung. Bei dieser Methode ist, ebenso wie bei den Einschnitten, die individuelle Reaktion der Hornhaut zu berücksichtigen.


Einige Kliniken kombinieren Einschnitte in die Hornhaut auch mit einer Vernetzung, wobei hier sehr individuell der zeitliche Abstand zum Eingriff geplant wird. Viele Kliniken halten eine Vernetzung bei dieser Art von Behandlung oder wenn sich die Narben durch die Einschnitte in der Hornhaut nach 2-3 Jahren bereits stabilisiert haben nicht für sinnvoll, da sich durch das Narbengewebe die Vernetzungsflüssigkeit nicht mehr gleichmäßig in der Hornhaut verteilen kann.

Das minimale Abtragen von Hornhautmaterial wird oft mit einer anschließenden Vernetzung kombiniert, um das Ergebnis zu stabilisieren; bzw. wird diese Methode auch von einigen Ärzten nach einer Vernetzung bei einer stabilisierten Hornhaut eingesetzt.


Der Zeitraum, in dem nach den refraktiven Eingriffen eine stabile Sicht erreicht wird, kann individuell zwischen wenigen Monaten und bis zu 1-2 Jahre betragen.


Die Entscheidung für oder gegen einen refraktiven Eingriff, in Kombination mit Vernetzung oder nicht, kann nur individuell getroffen werden. Es gibt keine andere Grundlage für oder gegen eine der Methoden, bzw. deren Kombination, außer der eigenen und der Erfahrung des operierenden Arztes, wobei eine hohe Erfolgsrate natürlich ein Anhaltspunkt sein kann.

Die Studienlage zu diesen speziellen Methoden in der refraktiven Chirurgie bei Keratokonus ist recht "dünn". Wenn überhaupt, dann gibt es zu jeder speziellen Methode nur "Studien" von einzelnen Spezialisten mit ganz wenigen Patienten. Daher sind auf Grund der speziellen Methoden keine multizentrischen Vergleiche, keine statistisch signifikanten Aussagen möglich und auch in Zukunft nicht zu erwarten.


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